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Salzgewinnung in Friesland - Salzsiederei

Die Aufgabe des mittelalterlichen Salzsieders bestand darin,
diese begehrten Ablagerungen vom restlichen Torf zu trennen.
Zunächst wurde der Salztorf abgebaut, indem die Ebbezeiten
genutzt wurden und dies vermutlich der Grund für die langen
Mulden im Watt ist, die man noch heutzutage sehen kann. Jahre später lag der Salztorf,
geschützt unter einer Schlickschicht auch mal längere Zeit im Trockenen. Zu der Zeit
konnte man ihn systematisch in geraden Linien abstechen. Lag der Salztorf nun längere
Zeit im Freien und wurde er nicht mehr regelmäßig mit Meerwasser getränkt, so spülte
der Regen das Salz nach un nach hinaus.
An Land musste die Friesen den Torf erst einmal zerkleinern und trocknen.
Dann wurde er in einem Meiler aufgeschichtet und verbrannt. Der Brennvorgang
selbst ist sehr rauchintensiv und dadurch eine starke Belastung der Umwelt.
Die Asche der Meiler wurde in eine Art Brikett zu Mieten aufgeschichtet und
mit Erde abgesteckt, um somit ein Herauswaschens durch den Regen zu verhindern.
Daraus entnahmen die Salzsieder nun ihre Tagesportionen, die sie in großen
Trichtern aus komprimierten Stroh immer wieder mit Meerwasser übergossen,
so dass wegen der sich lösenden Salz Sole enstand. Der Salzgehalt der Sole
wurde nun mit einem frischen rohen Ei gemessen, welches bei der richtigen
Salzmenge oben schwimmt (was einem Salzgehalt von mind. 20 - 26 % entspricht).

SalzpfanneAnschließend wurde das Salz in der Pfanne
zum Sieden gebracht, so dass sich das Wasser
vom Salz trennt. Das herausgesiedete Friesensalz
musste nun nur noch getrocknet werden
und was sofort – grau wie es war –
zum Verzehr geeignet.
Der Aufwand spiegelt sich nicht nur in der
schweißtreibenden Arbeit des mittelalterlichen
Salzsieders wieder, auch in der Natur hinterließ
die Salzgewinnung ihre Spuren. Dort kam es durch die Überflutung der
Abbaugebiete vor allem bei Sturmfluten zu massiven Landverlusten.
Dennoch blieb das harte Handwerk – welches einiges zum Reichtum des Frieslandes
beigetragen hat – bis zu Zeiten des 30-jährigen Krieges erhalten. Ab da geriet es jedoch
durch andere Salzgewinnungsmethoden immer mehr in Vergessenheit.

Bei der vom Friesenring vorgeführten Darstellung des Salzsieders werden dem Publikum
all diese Aspekte vermittelt und die einzelnen Arbeitsschritte durch Anfassen und Miterleben
näher gebracht. Die Darstellung des historischen Handwerks wird zusätzlich durch einen
kleinen Verkaufstand abgerundet, an dem verschiedene Salzarten angeboten und für Kunden
speziell abgewogen sowie verpackt werden.

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